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NABU warnt bei Vogelgrippe vor genereller Panik gegenüber Wildvögeln

    Berlin (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat mit Blick auf eine mögliche Ausbreitung der Vogelgrippe durch Zugvögel aus dem Osten vor einer generellen Panik gegenüber Wildvögeln gewarnt, die im Herbst Deutschland überqueren, hier rasten oder überwintern. „Die größere Gefahr besteht im Zusammenhang mit Tiertransporten und illegaler Einfuhr von Vögeln“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Ein wirksamer Seuchenschutz sollte genau da ansetzen. Der NABU begrüße, dass Bund und Länder Vogelimporte nun auch aus Russland komplett stoppen und Tiergrenzkontrollen verstärken wollen. Neben Geflügelimporten liege gegenwärtig das höchste Risiko für eine Ausbreitung der Seuche in europäische Länder im illegalen Handel vor allem mit Ziervögeln.

    „Kein Mensch braucht sich nun vor dem Rotkehlchen im eigenen Garten zu fürchten“, betonte Nipkow. Auch in diesem Herbst dürfe sich jeder an dem großartigen Schauspiel des Vogelzuges erfreuen. Eine Übertragung der Seuche von Wildvögeln auf Geflügel sei zwar nicht auszuschließen, aber es sei fraglich, wie weit erkrankte Zugvögel wandern können, bevor sie selbst durch die Krankheit geschwächt werden und sterben.

    „Allerdings hat das Virus mit dem Ural eine kritische Grenze zu Gebieten überschritten, in denen sich viele Wanderrouten von Zugvögeln kreuzen“, so Nipkow. Einige Arten wanderten durch dieses Gebiet auch nach oder durch Deutschland. Dazu zählen beispielsweise Bläss- und Saatgänse sowie Stock- oder Krickenten. Die Vögel versammeln sich in großer Zahl an Rastplätzen, wo sie sich untereinander anstecken könnten.

Originaltext vom NABU

Rückfragen: Dr. Markus Nipkow, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. 0228-4036-155.

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