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NABU fordert stärkere nationale Anstrengungen zum Schutz der Artenvielfalt

    Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich des morgigen
UN-Tages der Biologischen Vielfalt verstärkte nationale Anstrengungen
für den Erhalt von Tieren, Pflanzen und Ökosystemen gefordert.
"Deutschland belegt mit einer Gefährdungsrate von 40% aller Tierarten
und 24% aller Pflanzenarten einen traurigen Spitzenplatz in Europa",
sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Gründe dafür seien
insbesondere die Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen sowie
die Intensivierung der Landwirtschaft. "Wir entziehen und vergiften
unseren Lebensgrundlagen weiterhin systematisch den Boden", so
Flasbarth.
    
    Der NABU-Präsident kritisierte in diesem Zusammenhang die nach wie
vor vollkommen unzureichende nationale Meldung von Flächen für das
europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000. Der drittletzte Platz im
europäischen Vergleich sei für Deutschland lächerlich, so Flasbarth:
"Vor allem einige Bundesländer zeigen bei der Wahrnehmung ihrer
naturschutzpolitischen Verantwortung eine erstaunliche
Dickfelligkeit." Dafür sei Deutschland bereits im September 2001 vor
dem europäischen Gerichtshof verurteilt worden. "Wenn die
Bundesländer nicht endlich alle fachlich geeigneten Gebiete
ausweisen, droht ein zweites Verfahren sowie die Streichung von
EU-Fördergeldern", sagte der NABU-Präsident.
    
    Mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz sei nach Ansicht des NABU
eine solide Grundlage für die Fortentwicklung des Umwelt- und
Naturschutzes und die Sicherung der biologischen Vielfalt in
Deutschland gegeben. Für die Umsetzung des im Gesetz verankerten
Biotopverbundes seien allerdings noch viele Hürden zu überwinden.
"Bund und Länder müssen endlich definieren, welches unsere
wichtigsten Ökosysteme sind, wo die gefährdeten Arten leben und wie
sie geschützt werden können", so Flasbarth. Ohne eine solche
umfassende nationale Naturschutzstrategie sei das langfristige
Überleben unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten nicht zu
sichern.
    
    
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Christoph Heinrich,
NABU-Naturschutzexperte,
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