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NABU und LBV fordern Schutzkonzept für den Alpenraum

    München/Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU und der NABU-Partner
in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz LBV, haben einem Tag vor
dem offiziellen Start des deutschen Aktionsprogramms zum
"Internationalen Jahr der Berge 2002" ein grenzüberschreitendes
Schutzkonzept für den Alpenraum gefordert. Dabei müssten ökologische
Erfordernisse, Tourismus und Landwirtschaft für diesen ebenso dicht
besiedelten wie artenreichen Lebensraum angemessen berücksichtigt
werden, betonten Vertreter beider Verbände in München. Vor allem die
ungenügende Ausweisung von Schutzgebieten sowie die ungebremste
Zunahme des Individual- und Güterverkehrs bereiteten dem Ökosystem
Alpen große Probleme.
    
    LBV-Naturschutzexperte Bernd Raab verwies in diesem Zusammenhang
auf die unzureichende Ausweisung von Schutzgebieten für das
europäische Netz NATURA 2000 durch die bayerische Landesregierung:
"Bisher wurden in erster Linie bereits bestehende Schutzgebiete
ausgewiesen, neue Schutzflächen sind kaum entstanden." Wichtige
Gebiete wie das Estergebirge bei Garmisch-Partenkirchen, das
Rotwandgebiet bei Miesbach oder einzigartige Lebensräume wie etwa
Silikatschutthalden seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Raab forderte die bayerische Landesregierung auf, alle fachlich
infrage kommenden Lebensräume unverzüglich für das europäische
Schutzgebietsnetz zu melden.
    
    NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen forderte den Bund und
insbesondere den bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber auf, endlich
wirksame Schritte gegen den umwelt- und menschenverachtenden
Gütertransitverkehr durch die Alpen einzuleiten. "Angesichts der
Abgaslawine bleibt von der vielgepriesenen Bergluft nur nostalgische
Erinnerung", sagte Billen. Zu einer konsequenten Politik der
Verkehrsvermeidung gehörten die Förderung regionaler Produktion
ebenso wie die Fortsetzung der Ökosteuer und die Anhebung der
geplanten LKW-Maut auf 40 Cent pro Kilometer. "Bis zum Jahr 2010
sollten mindestens 60% des Gütertransports über die Schiene
erfolgen", so der NABU-Bundesgeschäftsführer.
    
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