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NABU: Fauler Kompromiss beim Kopenhagener Klimapoker

Kopenhagen (ots)

Nach über zwei Jahren internationaler
Verhandlungen hat die Weltklimakonferenz in Kopenhagen nicht mehr als
eine Noterklärung  zustande gebracht, die lediglich von 25 der über 
100 angereisten Staats- und Regierungschefs unterstützt wird. Der 
NABU kritisierte diesen faulen Kompromiss in letzter Sekunde.
"Um ein totales Scheitern des Gipfels abzuwenden, haben die 
Staats- und Regierungschefs krampfhaft nach einem Rettungsanker 
gesucht. Statt eines völkerrechtlich verbindlichen Weltklimaabkommens
haben wir nur eine weitere und äußerst schwache Absichtserklärung 
bekommen", kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Weder bei den 
Verpflichtungen zur Verringerung der schädlichen 
Treibhausgas-Emissionen noch bei der Unterstützung der 
Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel gebe es 
ausreichende Fortschritte, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen.
Nach den Erkenntnissen der Klimawissenschaftler wäre eine 
verbindliche Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes in den 
Industriestaaten um 40 Prozent bis 2020 und um 95 Prozent bis 2050 
erforderlich. "Da sich wesentliche Verhandlungsparteien wie die USA 
und die Europäische Union in Kopenhagen nicht ausreichend bewegt 
haben, riskieren wir nun eine dramatische Erderwärmung um mindestens 
drei bis vier Grad im globalen Durchschnitt", warnte Tschimpke. Aus 
NABU-Sicht hat die Weltgemeinschaft in Kopenhagen eine historisch 
einmalige Gelegenheit leichtfertig verspielt, die Existenzgrundlagen 
von Millionen Menschen und den Erhalt überlebenswichtiger Ökosysteme 
zu sichern.
Die internationale Klimapolitik sei durch die Einzelinteressen der
großen Wirtschaftsmächte untergraben worden. "Wir brauchen eine 
Stärkung der UN-Institutionen. Solange jeder Staat sein Veto einlegen
kann, wird kein ernst zu nehmendes Abkommen zustande kommen. Bei 
Vertragsbrüchen muss es zudem künftig Strafen geben, damit die 
internationalen Umweltkonventionen mehr Durchschlagskraft bekommen", 
so Olaf Tschimpke.
Die dänische Verhandlungsführung und das UN-Klimasekretariat waren
mit der Organisation der größten Klimakonferenz aller Zeiten restlos 
überfordert."Es ist vollkommen inakzeptabel, dass der Großteil der 
Zivilgesellschaft bei Entscheidungen von dieser Tragweite ausgesperrt
wurde", beklagte NABU-Präsident Tschimpke.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de/kopenhagen
Originaltext vom NABU

Pressekontakt:

Carsten Wachholz, NABU-Experte für Energiepolitik und Klimaschutz,
mobil +49 (0) 172-4179727.

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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