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NABU

NABU fordert Korrektur der deutschen und europäischen Biokraftstoffpolitik

Berlin (ots)

Der NABU fordert eine Korrektur der Pläne von
Bundesregierung und EU-Kommission für einen hohen Anteil von 
Biodiesel und Ethanol am Kraftstoffmarkt. Zukünftig dürften nur noch 
Biokraftstoffpfade gefördert werden, bei denen sichergestellt ist, 
dass sie mindestens 50% Treibhausgase gegenüber fossilen Kraftstoffen
einsparen.
Obwohl immer mehr Berichte und Studien den Beitrag der 
Biokraftstoffe zum Klimaschutz in Zweifel ziehen, werde an zu hohen 
Ausbauzielen festgehalten. "Die Risiken und Nebenwirkungen einer 
massiven Anhebung der Biospritquote sind so hoch, dass die 
ökologischen Kosten den Nutzen übertreffen werden", so Leif Miller, 
Bundesgeschäftsführer des NABU. Die Biokraftstoffziele könnten nur 
mit erheblichen Importen aus Drittländern realisiert werden. Die 
Auswirkungen auf intakte Ökosysteme wie Regenwälder oder Moore mit 
ihrer einzigartigen Artenvielfalt und ihren enormen 
Kohlenstoffvorräten seien jedoch besonders verheerend.
Das Klima- und Energiepaket, das die EU-Kommission an diesem 
Mittwoch vorlegen will, ziele im Verkehrsbereich zu stark auf 
Biokraftstoffe ab, statt Autos und Verkehrssysteme energieeffizienter
zu gestalten. Die EU will den Biokraftstoff-Anteil bis 2020 auf 10 
Prozent und die Bundesregierung sogar auf bis zu 20 Prozent steigern.
Nach Ansicht des NABU ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass die 
Drosselung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr zu einem großen 
Teil über die Biokraftstoffe erreicht werden kann. "Ein 
Spritschlucker wird auch mit Biosprit nicht umweltfreundlicher. Wir 
brauchen klare Vorgaben für effiziente Autos, statt hohe 
Biokraftstoffquoten", fordert Miller.
Besonders kontraproduktiv sei die geplante Anrechenbarkeit von 
Biokraftstoffen im Rahmen der CO2-Begrenzung von neuen Autos. "Wir 
lehnen es ab, dass Neufahrzeuge die anvisierte Zielmarke von 120 g 
CO2 je Kilometer bis 2012 unter Zuhilfenahme von Biokraftstoffen 
erreichen dürfen, obwohl unklar ist, ob diese Kraftstoffe überhaupt 
das Klima entlasten", so Miller. Eine Anrechnung von Biokraftstoffen 
verschleiere den zu hohen Verbrauch der Fahrzeuge. Die Einsparung 
fossiler Kraftstoffe müsse statt dessen durch technologische 
Innovationen am Auto erreicht werden.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU

Pressekontakt:

Für Rückfragen:
Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte, T. 030.284 984-1613

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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