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Greenpeace e.V.

Patent auf Kekse, Teig und Weizen erteilt
Bundesregierung muss jetzt dringend Gen-Patente stoppen
SPERRFRIST 10:00 UHR

Hamburg (ots)

Hamburg/Berlin - Kekse und Teig aus einer
bestimmten Weizensorte und die Pflanzen selbst sind jetzt patentiert.
Das haben Recherchen von Greenpeace ergeben. Das Patent der Firma
Monsanto (EP 445929), das im Mai erteilt wurde, umfasst Weizen zur
„Herstellung von knusprigen, mehlhaltigen, essbaren Produkten wie
Biskuits oder ähnlichem“. Die sogenannte Erfindung der Firma Monsanto
besteht darin, dass sie eine traditionelle indische Weizensorte mit
anderen Pflanzen gekreuzt hat. Es handelt sich um normale Züchtung,
nicht um genmanipulierte Pflanzen. Monsanto benutzt lediglich die
Gene, die natürlicherweise in den Pflanzen vorhanden sind.
„Dieser Fall zeigt, welche Dimensionen Patente auf Leben
inzwischen erreicht haben: Nicht nur gentechnisch veränderte, sondern
auch ganz normale Pflanzen und Tiere werden patentiert, wenn in ihnen
Gene von wirtschaftlichem Interesse entdeckt werden,“ warnt Christoph
Then, Patentexperte von Greenpeace. „Monsanto beklaut gezielt
indische Landwirte, die über Jahrhunderte diesen speziellen Weizen
gezüchtet haben. Dieses Patent zeigt, wie dringend ein gesetzliches
generelles Verbot der Patentierung von Genen und Lebewesen und
Saatgut ist. Die Deutsche Bundesregierung macht sich mitschuldig,
wenn sie jetzt nicht aktiv wird und Patente auf Leben in Europa
stoppt.“
Monsanto könnte in Zukunft nicht nur Bauern, sondern auch
Bäckereien, Konditoreien und Supermärkte verklagen, wenn sie Kekse
oder Kuchen aus patentiertem Weizen herstellen oder verkaufen.
Greenpeace wird in den kommenden Wochen einen Einspruch gegen das
Patent vorbereiten.
Das Europäische Patentamt in München erteilt Patente auf Gene und
Lebewesen aufgrund einer EU-Richtlinie, die 1998 verabschiedet wurde
und in der EU heftig umstritten ist. Die Ablehnung gegenüber der
Richtlinie wurde im Mai auch in einer repräsentativen europaweiten
Umfrage bestätigt, die im Auftrag von Geenpeace durchgeführt wurde:
Nur drei Prozent aller 4559 befragten Personen aus 15 Ländern
sprachen sich dafür aus, dass weiterhin Patente auf Gene und
Lebewesen erteilt werden.
Die Deutsche Bundesregierung drängt seit Jahren auf eine Umsetzung
der Richtlinie, gegen den Rat der maßgeblichen Experten des
Bundestages. Nach Recherchen von Greenpeace will das Bundeskabinett
bereits am 25. Juni einen entsprechenden Gesetzesentwurf
verabschieden, der Patente auf Leben endgültig legitimieren würde.
Achtung Redaktionen: Bei Rückfragen erreichen Sie Dr. Christoph
Then unter Tel.: 0171-8780 832 und Pressesprecher Björn Jettka unter
Tel.: 0171-8780 778. Bildmaterial „patentierter Keks“ können Sie
unter 040-30618 376 bestellen, den Text des Patentes finden Sie unter
http://archiv.greenpeace.de/Intl-patents/patents.htm.
ots-Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6343
Internet: www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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