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Greenpeace e.V.

Gentechnikfreie Landwirtschaft in Gefahr
Sachsen-Anhalt unternimmt Vorstoß im Bundesrat

(ots)

Hamburg/Berlin - Der Bundesrat wird heute über einen Antrag Sachsen-Anhalts zur Neuformulierung des Gentechnikgesetzes abstimmen. Übernimmt der Bundesrat den Antrag der Landesregierung Sachsen-Anhalts droht eine massive unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Gleichzeitig werden Unternehmen von Haftungsansprüchen befreit – etwa wenn sich genetisch veränderte Pflanzen in Bio-Anbaugebiete ausbreiten.

Greenpeace fordert die Länderkammer auf, den Antrag abzulehnen und
sich nicht von der Gen-Industrie vereinnahmen zu lassen. Statt dessen
sollten wirksame Maßnahmen beschlossen werden, um die gentechnikfreie
Landwirtschaft zu schützen. Wie dringlich neue gesetzliche Regelungen
sind, zeigen Recherchen der Umweltorganisation. Danach hat das
Bundessortenamt mit Sitz in Hannover jetzt den begrenzten
kommerziellen Anbau von sechs gentechnisch veränderten Maissorten
genehmigt.
„Die Lobbyisten der Gentech-Industrie haben in Sachsen-Anhalt
einen willigen Büttel für ihre Interessen gefunden,“ so Henning
Strodthoff, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. „Bereits jetzt müssen
Landwirte damit rechnen, dass Gen-Pflanzen zum Teil ohne jede
Kennzeichnung angebaut werden und sich per Pollenflug unkontrolliert
ausbreiten. Das Gentechnikgesetz muss klarstellen, dass die
Gen-Konzerne auch zahlen müssen, wenn umliegende Äcker kontaminiert
werden.“ Mit dem Entschließungsantrag aus Sachsen-Anhalt würde der
Bundesrat einen unverantwortliche Umgang mit der Gentechnik
befördern: So soll beispielsweise Gen-Mais, der durch Pollenflug vom
Nachbaracker entstanden ist, keine Gen-Pflanze im Sinne des
Gentechnikgesetzes darstellen. Dann müsste auch niemand nach dem
Gentechnikgesetz für Schäden an Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft
haften.
In den vergangenen Jahren hat Greenpeace zum Teil illegalen Anbau von
Gen-Saaten in Deutschland aufgedeckt und auch die unkontrollierte
Ausbreitung der Pflanzen auf die Nachbaräcker nachgewiesen. Auch der
jetzt vom Bundessortenamt genehmigte Anbau von einigen Tonnen
gentechnisch veränderten Mais erfolgt ohne jede Kennzeichnung. Die
genehmigte Menge Gen-Mais könnte für über 1000 Hektar reichen. Die
gentechnikfreie Landwirtschaft, die derzeit die Regel ist, hätte mit
massiven Verunreinigungen zu rechnen. Darunter würde auch die
Produktion von Lebensmitteln leiden: Gentechnik würde zur
unvermeidbaren Beigabe.
Achtung Redaktionen: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Henning
Strodthoff, unter Tel.: 0171 8780-822, oder Pressesprecher Björn
Jettka, Tel.: 040-30618-383. Internet-Info: www.greenpeace.de
ots-Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6343
Internet: www.greenpeace.de

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