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Zwei Milliarden für den Urwaldschutz
Greenpeace-Aktivisten appellieren mit überdimensionalem Geldschein an Bundeskanzlerin Merkel

Berlin (ots)

Seit dem frühen Morgen schwimmen
Greenpeace-Aktivisten mit einem fünf mal zehn Meter großen Banner in 
Form eines Geldscheines in der Spree vor dem Reichstag. Auf der 
Banknote ist ein Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen. 
Greenpeace fordert die Kanzlerin auf, sich für den Schutz der letzten
Urwälder einzusetzen und dafür jährlich zwei Milliarden Euro zur 
Verfügung zu stellen. Angela Merkel spricht heute im Reichstag auf 
dem Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion "Verantwortung übernehmen
- Schöpfung bewahren" über den Schutz der Biodiversität. Die 
Vernichtung der letzten Urwälder ist verantwortlich für rund 20 
Prozent der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Das ist mehr als
durch den weltweiten Verkehr freigesetzt wird.
"Verantwortung übernehmen heißt auch Geld in die Hand nehmen. 
Urwaldschutz ist eine der kostengünstigsten Methoden, um die 
Erderwärmung zu bremsen. Angela Merkel möchte sich gern als 
Klimakanzlerin profilieren. Doch Klimaschutz gibt's nicht zum 
Nulltarif", sagt Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace. "Jeder 
Euro, der heute in den Urwaldschutz investiert wird, spart später ein
Vielfaches ein, wenn wir den Folgen von Klimwawandel und Verlust der 
Artenvielfalt begegnen müssen." Nach Schätzungen der 
Weltnaturschutzunion (IUCN) werden für den Schutz der letzten 
Urwälder weltweit jährlich 30 Milliarden Euro benötigt. Die 
G8-Staaten sind für rund die Hälfte aller Treibhausgasemissionen 
verantwortlich. Daher sollten sie auch die Hälfte der Gelder 
aufbringen.
Über Fonds soll in den Urwaldländern unter anderem die Einrichtung
von Schutzgebieten, sowie der Anschub von alternativen 
Erwerbsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung finanziert werden. 
Der deutsche Beitrag könnte über den Abbau klimaschädlicher 
Subventionen finanziert werden, ohne den Haushalt neu zu belasten. So
würde die Aufhebung der Steuerbefreiung für Kerosin im inländischen 
Flugverkehr beispielsweise rund 400 Millionen Euro jährlich 
einbringen, die Einführung von Mehrwertsteuer auf Auslandsflüge rund 
600 Millionen Euro und die stufenweise Anhebung der Dieselsteuer um 
jährlich 4 Cent pro Liter auf das Niveau von Benzin rund 1,3 
Milliarden Euro.
Im Mai findet in Bonn die UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt 
(Convention on Biological Diversity, CBD) statt. Die CBD ist die 
wichtigste Arten- und Naturschutzkonferenz der Welt. Die 
Verhandlungen der 189 Staaten über Urwald- und Meeresschutz und deren
Finanzierung sowie die Nutzung genetischer Ressourcen stecken derzeit
in einer Sackgasse. Greenpeace fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel 
auf, sich hier für den Urwald- und Klimaschutz stark zu machen und 
als Gastgeberin eine Vorreiterrolle zu übernehmen.
Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Corinna Hölzel 
unter Tel. 0171 - 8787 833. Tina Loeffelbein von der Politischen 
Vertretung von Greenpeace in Berlin erreichen Sie unter 0151 - 167 
20915. Die Forderung nach Urwaldschutz kann auf der Internetseite von
Greenpeace unterstützt werden: www.greenpeace.de
Bitte beachten Sie auch die Pressekonferenz des Forums Umwelt & 
Entwicklung: "Appell internationaler Umwelt- und Entwicklungsverbände
an Bundeskanzlerin Angela Merkel" am Mittwoch, 9. April um 11 Uhr, 
Dietrich-Bonhoeffer-Hotel, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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