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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl zur Verpflegung in Kitas

Regensburg (ots) - Mehr als 11 000 Schüler erkrankten vor eineinhalb Jahren im Osten Deutschlands an Brechdurchfall. Die meisten von ihnen hatten zuvor in ihrer Schulkantine ein Mittagessen eines bundesweit tätigen Schulcaterers gegessen, der verdorbene Erdbeeren in einem Nachtisch verarbeitet hatte. Wen wundern solche Schlagzeilen, wenn das Essen in Massen produziert angeliefert, statt vor Ort zubereitet wird? Weil sich der Betrieb einer Schul- oder Kita-Küche erst ab einer bestimmten Anzahl von Essen lohnt, greifen viele Einrichtungen auf externe Versorger zurück, statt einen Koch anzustellen. Nicht selten fehlt es auch an der räumlichen Ausstattung. So kommen Gaststätten oder Party-Services zum Zug und können sich eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen. Doch was in der Gaststube funktioniert, muss nicht unbedingt den Kindern schmecken. Und auch die Kalkulation ist eine völlig andere: Bei etwa drei Euro pro Kind ist keine Bio-Qualität lieferbar. Gesünder ginge es allerdings schon. Wie, das zeigt ein Modellprojekt in Bayern. Die vor einigen Jahren geschaffene Vernetzungsstelle "Schulverpflegung Bayern" bündelt Fachwissen und gibt es an die Versorger weiter. Es gibt regelmäßige Coachings, Workshops mit Spitzenköchen und viele praktische Anregungen von der Speiseplangestaltung bis zur Kostenkontrolle. Nun liegt es an den Verpflegungsbetrieben, mit etwas Fantasie und gutem Willen den Kindern gesundes Essen schmackhaft zu machen.

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