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21.10.2020 – 12:39

Universität Duisburg-Essen

IAQ zu den komplexen Regelungen beim Elterngeld Plus: Rechenaufgaben für junge Eltern

IAQ zu den komplexen Regelungen beim Elterngeld Plus

Rechenaufgaben für junge Eltern

Das vor fünf Jahren eingeführte Elterngeld Plus soll Familien helfen, Beruf und Kinderbetreuung leichter zu kombinieren. Immer mehr Mütter und Väter nehmen die Leistung seitdem in Anspruch - aber nicht alle sind daneben auch erwerbstätig. Ein Grund dafür dürften die komplizierten Berechnungen zur Höhe des Elterngeld Plus sein. "Herauszufinden, was für Eltern eine gute Abwägung zwischen Kinderzeit, Arbeitszeit und Einkommen ist, erfordert eine hohe Frustrationstoleranz und viel Energie", hat Dr. Jutta Schmitz-Kießler vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) beim Rechnen festgestellt.

Das Basiselterngeld kann bis zu 14 Monate bezogen werden und beträgt ca. 65 Prozent des vorherigen Einkommens (mind. 300 Euro, max. 1.800 Euro). Das neue Elterngeld Plus ist nur halb so hoch, die Dauer kann dafür aber auf bis zu 28 Monate (plus Partnerschaftsbonus) gestreckt werden. Beide Elterngeldvarianten lassen sich auch miteinander kombinieren. Insbesondere für Frauen schafft das die Möglichkeit, den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu vereinfachen. Gleichzeitig kann ein Anreiz entstehen, damit sich Väter parallel zur Erwerbstätigkeit an der Familienarbeit beteiligen.

Allerdings hat das Elterngeld Plus kaum für grundlegende Veränderungen gesorgt. Im zweiten Quartal 2020 (neueste verfügbare Daten) wurde ein Drittel des Elterngeldes Plus an Mütter ausgezahlt. Gleichzeitig ist der Anteil des Basiselterngeldes von Müttern auf 51 % gesunken. Offenbar wollen die meisten betroffenen Frauen nicht möglichst schnell wieder in den Beruf zurückzukehren, sondern vielmehr die Bezugszeit des Elterngeldes ausdehnen. "Das Ziel, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, wird damit nicht erreicht", folgert Schmitz-Kießler. Bei Männern hat das Elterngeld Plus mit 3 % nur eine geringe Bedeutung. Etwa 13 % aller Elterngeldzahlungen gehen als reguläres Elterngeld an Männer.

Weitere Informationen:

Dr. Jutta Schmitz-Kießler, IAQ, Tel. 0203/37 9-2254, jutta.schmitz-kiessler@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0157/71283308, presse-iaq@uni-due.de

Ressort Presse/Redaktion
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