43 Küken beringt: Flussseeschwalben brüten erneut erfolgreich in Groß Schauen
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43 Küken beringt: Flussseeschwalben brüten erneut erfolgreich in Groß Schauen
In Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen haben Mitarbeitende der Heinz Sielmann Stiftung am 10. Juni 2026 den Nachwuchs der Flussseeschwalben beringt. 43 Küken bekamen dabei einen leichten Metallring ans Bein, der jeden Vogel ein Leben lang als Individuum erkennbar macht. Es ist bereits der vierte Sommer, in dem die stark gefährdete Art auf den künstlichen Brutinseln der Seenkette erfolgreich brütet. Erst im März hatte die Stiftung zwei weitere, überwiegend aus privaten Spenden finanzierte Inseln zu Wasser gelassen und so das Nistangebot für die anspruchsvollen Vögel vergrößert.
Mehr Brutpaare, mehr Küken
In diesem Jahr wurden 43 kleine Flussseeschwalben beringt - so viele wie nie zuvor. Zusätzlich wurden 26 Eier gezählt, sodass die Fachleute der Heinz Sielmann Stiftung von etwa 34 Brutpaaren und rund 70 Jungvögeln ausgehen. „Das ist ein erkennbarer Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren. Die Population der seltenen Vögel stabilisiert sich. Das ist ein toller Erfolg, der für den Einsatz der künstlichen Brutinseln spricht, wenn die natürlichen Nistmöglichkeiten fehlen“, erklärt Tim Funkenberg, Leiter der Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen.
Ein Ring als Personalausweis
Die Beringung ist der einzige Moment im Jahr, in dem der Ornithologe den Flussseeschwalben so nah kommt, denn den Rest der Brutzeit bleiben die Inseln bewusst ungestört. Jeder Ring trägt eine eigene Kennung und wird in einem zentralen Register der Vogelwarte Hiddensee erfasst. Taucht ein Tier später andernorts wieder auf, lässt sich zurückverfolgen, ob es aus der Sielmanns Naturlandschaft stammt, welche Zugrouten es nimmt und wie alt es wird.
„Der einzelne Ring ist nur der Anfang. Sein Wert entsteht über die Jahre. Erst wenn wir die Daten vieler Tiere zusammenführen, erkennen wir, ob ein Bestand tatsächlich wächst, wie lange die Vögel leben und womit sie zu kämpfen haben. Genau daraus leiten wir ab, welche Schutzmaßnahmen wirken und wo wir nachsteuern müssen", erläutert Funkenberg.
Künstliche Inseln ersetzen verschwundene Sandbänke
Flussseeschwalben brüten am liebsten dort, wo kaum etwas wächst: auf offenen Sand- und Kiesflächen. Früher fanden sie solche Plätze an den Ufern großer Flüsse. Flussbegradigungen und Uferverbauungen haben diese Lebensräume jedoch fast überall verschwinden lassen, sodass die Art im Binnenland heute nur noch an wenigen Stellen brütet. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands gilt sie als stark gefährdet. Die schwimmenden Kinderstuben auf der Groß Schauener Seenkette ahmen die verlorenen Sandbänke nach.
Glatte Ränder und kleine Dächer halten Feinde fern
Die Plattformen bestehen hauptsächlich aus Aluminium. Ihr glatter Rand verhindert, dass Waschbären oder andere Räuber hinaufklettern. Kleine Holzdächer schützen die noch flugunfähigen Küken zusätzlich vor Angriffen aus der Luft. Die ersten beiden Inseln brachte die Stiftung gemeinsam mit der Fischerei Köllnitz und der Naturwacht im Frühjahr 2023 aufs Wasser. Im März 2026 kamen zwei weitere hinzu.
„Dass die Flussseeschwalben Jahr für Jahr zurückkehren und die Inseln annehmen, ist für uns ein riesiger Erfolg. Ohne die vielen privaten Spenden wäre die Maßnahme nicht umsetzbar gewesen", sagt Funkenberg.
Vogelbeobachtung liegt im Trend
Noch tragen die Jungvögel ein grau gesprenkeltes, teils plüschiges Daunenkleid. Mit etwa vier Wochen sind sie flügge. Den Sommer verbringen sie mit Jagd auf Fische, um sich zu stärken, bevor sie im Spätsommer erstmals Richtung West- und Südafrika in ihr Winterquartier aufbrechen.
Wer das sehen möchte, fährt am besten zwischen Juni und August nach Groß Schauen. Eine der Inseln liegt in unmittelbarer Nähe des Anlegers der Fischerei Köllnitz. Dort können Naturinteressierte die Flussseeschwalben aber auch Fischadler, Schwarzmilane und mit Glück den Seeadler mit einem Fernglas oder Spektiv beobachten.
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Hintergrund
Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauen
Seit 2001 betreut die Heinz Sielmann Stiftung 1.167 Hektar im Naturpark Dahme-Heideseen südöstlich von Berlin. Die Seenlandschaft ist Heimat für viele, teils seltene Arten wie den Fischotter, den Moorfrosch, die Große Rohrdommel ebenso wie die Flussseeschwalbe. Naturliebhaber können die landschaftliche Schönheit und Vogelvielfalt der Groß Schauener Seen auf Rund- und Wanderwegen erleben. Eine Ausstellung auf dem Gelände des Naturguts Köllnitz und ein Naturlehrpfad zeigen die Schätze dieser Naturlandschaft.
Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen erfahren Sie hier.
Nora Künkler Freie Redakteurin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit i.A. der Heinz Sielmann Stiftung
Mobil: +49 16097084000 E-Mail: fokusnatur@posteo.de