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Neues Deutschland: zum Parteitag der SPD in Karlsruhe

    Berlin (ots) - Der Kanzler auf Abruf hat gestern noch einmal mächtig viel Jubel bei seiner Partei abgefasst. Vergessen die geballten Fäuste, mit denen auch viele SPD-Funktionäre in den letzten Jahren in der Hosentasche durchs Land gegangen sind. Was haben sie geflucht, die Basis zu überzeugen und von Parteiaustritten abzuhalten gesucht. Vergessen das alles. Gestern ging es schließlich um die große Koalition - und da brauchte die Partei den Schulterschluss und nicht die Schuldzuweisung. Wer wenigstens ein Stückchen noch regieren will, muss bereit  sein, Kröten zu schlucken. Davon birgt die Koalitionsvereinbarung für SPD-Gemüter eine Menge: Mehrwertsteuererhöhung noch über Unionsniveau, Pendlerpauschale und Kündigungsschutz reduziert, höheres Renteneintrittsalter. Dennoch haben nicht nur die Parteioberen eine sozialdemokratische Handschrift in dem Vertragswerk ausgemacht. Viele Delegierte hatten offenbar Sehnsucht danach, die vom designierten Parteichef Matthias Platzeck eingeforderte neue Zuversicht zuerst an sich selbst zu testen. Und deshalb feierten sie ihren Gerd - dankten ihm für einen grandiosen Wahlkampf, der »ein großer Erfolg, aber knapp kein Sieg« war, wie nur Franz Müntefering das auszudrücken vermag.  Deshalb haben sie der großen Koalition »mit überwältigender Mehrheit« zugestimmt und die Analyse ihres Scheiterns vertagt. Ganz im Sinne Münteferings: Straßenköter seien durchsetzungsfähiger, als die reinrassigen Sensibelchen.

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