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neues deutschland: Berlins Innensenator Geisel rechnet mit zweistelliger Zahl von Kriegsrückkehrern aus Syrien und Irak

Berlin (ots) - Das bevorstehende Ende des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Syrien und Irak hat Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland und Berlin. »Für Deutschland bedeutet das aber auch, dass eine Reihe von Gefährdern, die in Syrien und Irak gekämpft haben, theoretisch zurückkommen könnten«, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues deutschland« (Wochenendausgabe). »Wir rechnen da für Berlin mit Zahlen im zweistelligen Bereich«, sagte der Innensenator dem »nd«. Es sei allerdings unklar, wer von den Islamisten noch lebe, was die Situation nicht leichter mache, so Geisel. Ob beispielsweise der exponierte IS-Propagandist und ehemalige Berliner Rapper Denis Cuspert am Leben sei, wissen die Innenbehörden nicht. »Der ist mehrfach totgesagt worden«, sagte Geisel. »Aber man muss sagen, die handelnden Personen, von denen wir wissen, dass sie ausgereist sind, um sich dort am Krieg zu beteiligen, die sind gut bekannt und die haben wir entsprechend im Blick.« Auch Dennis Cuspert würde man natürlich erkennen und abfangen.

Eine besondere Herausforderung stellen für die Behörde aus Sicht des Innensenators »asymmetrische Kräfte, Einzelkämpfer, die sich radikalisieren und dann Anschläge begehen« dar. Kürzlich bei Polizeirazzien in Berlin im islamistischen Milieu gefundene Kriegswaffen würden darüber hinaus die Gefährlichkeit der Menschen zeigen, denen man gegenüberstehe. Insgesamt sieht der Innensenator die Berliner Innenbehörden nach der »bitteren Erfahrung« mit dem Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri besser gewappnet, dessen Anschlag sich in diesem Monat zum ersten Mal jährt. »Wir haben die Sicherheitskräfte, den polizeilichen Staatsschutz, neu aufgestellt und personell verstärkt«, sagte Geisel dem »neuen deutschland«. Auch bundesweit und europaweit gebe es eine wesentlich engere Zusammenarbeit. »Aber die Grundproblematik, dass man nicht jeden potenziellen Gefährder rund um die Uhr beobachten kann, bleibt«, betonte der SPD-Politiker.

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