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neues deutschland: Reaktionen auf GDL-Streik: Bahner sind keine Schafe¶

Berlin (ots) - Die Bahngewerkschaft GDL streikt. Güter- und Personenverkehr. Viele auf den Zug angewiesene Pendler sind genervt. Verständlich. Was allerdings auch sich als seriös verstehende Medien kommunizieren, hat die Grenze zum Populismus überschritten: die Kritik auf GDL-Chef Weselsky verkürzt, auf seinen angeblichen Narzissmus, seinen Führungsstil, die vermeintliche Nicht-Rechtmäßigkeit der Forderungen. Die Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst sind gescheitert, bei der Postbank sprachen sich 94,5 Prozent für einen bundesweit unbefristeten Streik aus. Gibt es Anfeindungen, mediale Hetzkampagnen? Die ver.di-Mitglieder stehen in der Öffentlichkeit besser da als die der GDL. Was sie eint, ist der Kampf unter dem Schutz grundgesetzlich garantierter Rechte. Egoismus wird der GDL unterstellt. Sicher ist das egoistisch! Sie wirbt Mitglieder, die dann freiwillig zusammengeschlossen für mehr Geld und Einfluss kämpfen. So gesehen ist jedes Gewerkschaftshandeln egoistisch. Die Bahn sitzt den Streit aus, solange sie kann und wartet insgeheim auf das Tarifeinheitsgesetz, weil sie hofft, die Causa GDL habe sich so erledigt. Wird deren Chef unterstellt, er allein entscheide in feudaler Manier, ist das auch ein Schlag ins Gesicht der Streikenden, denn derlei Argumentation macht sie zu Befehlsempfängern ohne Rückgrat. Chef sagt: »Streikt!«, sie streiken. Määäh! Das haben die Bahner, auf die sich der allgemeine Zorn derzeit richtet, nicht verdient.

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