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neues deutschland: Türkische Energiewende - Kommentar zu absehbaren Grubenunglücken

Berlin (ots) - Braunkohle, Megastaudämme, Atomkraft - so lautet das Energiewendekonzept der islamisch-neoliberalen Regierung in der Türkei. Die zig Milliarden schweren Pläne sollen das Land unabhängiger machen von den langsam unbezahlbaren Öl- und Gasimporten, ohne das weiterhin angestrebte starke Wirtschaftswachstum zu gefährden. Denn der Boom geht mit wachsendem Energiehunger einher. Allerdings ist die AKW-Karte bestenfalls langfristig ausspielbar, und bei Wasserkraft stören Proteste von Anrainerstaaten und Umweltschützern. Dadurch hat die heimische Braunkohle in der Türkei eine Bedeutung weit über jenes Viertel hinaus erlangt, das sie zur Energieversorgung beiträgt. Nicht nur dort wird heftig Lobby gemacht für den ach so preiswerten und arbeitsplatzschaffenden heimischen Energieträger.

Allerdings sind Kohleabbau und -verstromung äußerst gefährliche Technologien - für Arbeiter, Anwohner, Klima und Umwelt. So richtig gerät dies meist erst dann ins Bewusstsein, wenn es mal wieder irgendwo zu einem furchtbaren Grubenunglück gekommen ist. Die Katas-trophe in Soma, einem der braunkohlereichsten Gebiete der Welt, ist die schlimmste seit vielen Jahren. Zu wünschen wäre es, dass die Aufarbeitung über die Suche nach den einzelnen Schuldigen für die schlimmen Zustände in der privatisierten Mine hinausgeht. Für die Türkei wie für andere Schwellenländer stellt sich die Frage: Welche Energiewende brauchen wir eigentlich?

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