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neues deutschland: Arbeitsmarkt und Zweckoptimismus: Andrea Nahles Wetterfestigkeit

Berlin (ots) - Ja, klar. Andrea Nahles ist jetzt Arbeitsministerin in der Großen Koalition. Und als solche muss sie schlechte Nachrichten als gute verkaufen. Doch ihr Statement zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schießt über das Ziel hinaus. Denn »wetterfest«, wie es Nahles sagt, ist der Arbeitsmarkt nicht. Vielmehr dümpelt er seit geraumer Zeit nur noch vor sich hin. Die Zahl der Erwerbstätigen ist zwar auch im vergangenen Jahr wieder gestiegen, was Berufsoptimisten als Erfolgsmeldung verkaufen. Die Arbeitslosigkeit steigt aber gleichzeitig wieder an. Zudem sind viele drängende Probleme noch immer nicht gelöst. Berücksichtigt man etwa die Menschen, die von der Bundesagentur für Arbeit in Maßnahmen geparkt wurden, so waren letztes Jahr nicht wie offiziell gemeldet 2,95 Millionen, sondern rund 3,9 Millionen Menschen ohne Job. Da schwindet für Langzeitarbeitslose die Perspektive, doch noch einmal ins Erwerbsleben wechseln zu können. Und weil der Mindestlohn wahrscheinlich erst verspätet und löchrig wie ein Schweizer Käse kommen wird, wird auch der Niedriglohnsektor nicht eingeschränkt. So findet mancher Arbeitslose zwar noch einen Job, leben kann er davon häufig aber nicht. »Wetterfest« ist der Arbeitsmarkt also bei Weitem nicht. Das würde nämlich bedeuten, dass er einen möglichen Krisensturm unbeschadet überstehen kann. Und danach sieht es bei den ganzen Baustellen nicht aus.

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