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Neues Deutschland: zu den Paketbomben-Funden

Berlin (ots) - An mangelnder »Prävention« kann es kaum gelegen haben. Seit rund zwei Jahren haben die USA in Jemen eine neue Front im Kampf gegen den internationalen Terrorismus aufgebaut und Agenten in das Land geschickt. 80 Milliarden US-Dollar hat Washington im vergangenen Haushaltsjahr für die Geheimdienste bereitgestellt. Das entspricht dem offiziellen Verteidigungshaushalt Chinas. Und dennoch war es mutmaßlich lediglich der Wink eines saudi-arabischen Geheimdienstlers, der den Anschlagsversuch auf zwei Frachtflugzeuge, die gen Chicago unterwegs waren, vereitelte. Die USA-Dienste waren bereits übertölpelt. Jemen zeigt wie auch der »Krieg gegen den Terror« in Afghanistan, dass ein Konzept, das Repression zum Kerninhalt und Entwicklung bestenfalls als Staffage führt, zum Scheitern verurteilt ist. In Jemen laufen die USA ein besonders hohes Risiko: Der Staat ist ohnehin schon auf dem Wege der Auflösung. Der Norden wird trotz Waffenstillstandsabkommen immer wieder von bewaffneten Auseinandersetzungen destabilisiert und im Süden erstarken die sezessionistischen Tendenzen wieder. Jede Menge politischer Raum, in dem sich Terroristen entfalten können. Und topografisch bietet Jemen jede Menge schwer einseh- und einnehmbarer natürlicher Rückzugsorte. Wer in Jemen Terror bekämpfen will, kommt um den Aufbau langfristigen Stabilität nicht herum. Das ist alles andere als einfach. Doch ohne die Grundvoraussetzung ist es unmöglich: Eine mit der Bevölkerung rückgekoppelte und dort verankerte Entwicklungsstrategie. Die fehlt, ob in Jemen, Afghanistan oder Irak. So ist das Scheitern programmiert.

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