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Neues Deutschland: zur neuerlichen Gewalteskalation in Gaza

    Berlin (ots) - »Es ist von entscheidender Bedeutung«, erklärte George Mitchell vor seinem gestrigen Eintreffen in Israel, »dass die Waffenruhe ausgedehnt und gefestigt wird«. Welche Erwartungen Obamas Nahostbeauftragter dabei hatte, blieb sein Geheimnis. Geschehen ist jedenfalls weder das eine noch das andere. Palästinensische Bombenbastler ließen aus der Ferne ein israelisches Armeefahrzeug explodieren, die prompte israelische »Vergeltung« - genauso nannte es ein Armeesprecher in Tel Aviv - kam per Luft-Boden-Rakete. Tödliche Kraftmeierei entsprechend den jeweiligen Möglichkeiten, hier wie da politisch sinnlos und selbst in militärischer Logik - falls es so etwas geben sollte - allenfalls eine Variante von Amok. Die Hamas-Desperados sollte man nicht adeln, indem man ihrem Attentat irgendein strategisches Kalkül unterstellt und es mit dem Beginn der Mitchell-Mission in Zusammenhang bringt. Und Israel? Wenn sich während Bushs Amtszeit ein US-Nahostdienstreisender einstellte, wurde jedenfalls nicht gebombt, schon gar nicht so demonstrativ, um die Einvernehmlichkeit nicht zu stören. Weniger der abtretende Olmert, aber seine möglichen Nachfolger Barak oder Livni, scheinen aber jetzt durchaus verunsichert. Es könnte ja sein, der »Neue« meint es - anders als Bushs Abgesandte, der Brite Blair eingerechnet - ernst mit dem Verhandeln. Die Bombe auf  den Schmugglertunnel ist also auch als Test für Obamas Nahostpolitik zu werten.

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