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Neues Deutschland: zu den deutsch-polnischen Beziehungen

    Berlin (ots) - Endlich ein vernünftiger Vorschlag, mit Bedacht und Feingefühl artikuliert. Er könnte zur Entkrampfung des deutsch-polnischen Verhältnisses beitragen: Polens neuer Premier hat der Bundesregierung empfohlen, ein »Museum des Zweiten Weltkriegs« als »gemeinsames europäisches Projekt« anzugehen. Statt des unseligen, alte Fronten zementierenden Zentrums für Vertreibungen. Wenn etwas Gutes über Alt-Kanzler Schröder zu sagen wäre, so seine Verweigerung eines solchen in Berlin. Nach seinem Abgang blies indes Frau Steinbach, Präsidentin der »Vertriebenen«, erneut ins Horn. Die nun Deutschland Regierenden standen stramm, salutierten - und wunderten sich über verärgerte, teils ebenfalls nationalistisch-provokante Töne aus Warschau. Dabei ist die große Sorge der mit preußischer Hilfe und aus deutscher Herrschaftssucht dreimal geteilten, durch deutsche Mörder ihrer Intelligenz, ihrer Kinder, »ihrer« Juden beraubten Polen nur allzu verständlich. Berlin sollte die ausgestreckte Hand annehmen, der beinharten Steinbach und der Preußischen Treuhand das Handwerk legen. So könnte es klappen mit der Aussöhnung. Nicht nur dies- und jenseits von Oder und Neiße, die dann wirklich  eine Friedensgrenze wären, sondern auch jenseits des Bug. Die Russen sollten bei diesem europäischen Projekt nicht vergessen werden. Im gemeinsamen Verständigen über vergangene Schuld, Last und Sühne ließen sich heutige Ressentiments und Konflikte auflösen.

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