Alle Storys
Folgen
Keine Story von Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung mehr verpassen.

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

NRZ: Abgrenzen gegen Stimmungsmache - Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots)

Der Euro ist ein Sorgenkind, eine Kummerwährung. Sollten bald Grenzkontrollen neu aufgestellt werden, verliert die EU weiter an Charme und entfremdet sich von den Bürgern. Das ist das Risiko, das viele Innenminister in Kauf nehmen, wenn sie gerade am Schengener Abkommen rütteln. Die Idee von Schengen ist nach wie vor richtig: Man verschärft die Außengrenzen und spart sich die Schlagbäume an den Binnengrenzen. Das Problem ist, dass einige Länder mit der Kontrolle der Außengrenzen überfordert sind und die illegale Zuwanderung zunimmt, insbesondere über Griechenland und Italien. Das zu übersehen, wäre das falsche Signal. Bei den Griechen wundert einen gar nichts mehr; der ganze Staat ist überfordert. Daraufhin jedoch die Binnengrenzen bis zu 30 Tage zu schließen, kann keine Lösung sein. Erstens, man kann den Verkehr intelligenter und mit moderner Technik überwachen, ohne gleich die herkömmlichen Kontrollen wieder einzuführen. Zweitens muss man einigen Staaten bei der Sicherung der Außengrenzen mehr helfen. Drittens darf man keinen allein lassen, der von Flüchtlingen überrannt wird. Dann muss man die Menschen auf alle Länder verteilen. Die Debatte ist vergiftet: Weil es nicht allein um die Sache geht; weil es ein Kompetenzstreit mit der EU-Kommission ist; und weil Rechtspopulismus und Ressentiments an ihrem Anfang standen. Es fing mit den Dänen an, dort auf Druck der ausländerfeindlichen Volkspartei. Es ging weiter in Frankreich, wo der Präsident im Wahlkampf versprach, Schengen infrage zustellen. Es ist nicht ein Massensturm auf Frankreich, den Nicolas Sarkozy zu befürchten hat, sondern die Konkurrenz der rechtsextremen Front National. Innenminister Friedrich muss nicht die Augen vor der Realität verschließen. Wenn die illegale Zuwanderung ein Problem ist, muss man das auch angehen. Aber er sollte auf die Wahl der Mittel und auf die Motive besser Acht geben. Es geht auch um Stimmungsmache. Davon sollte sich Deutschland abgrenzen.

Pressekontakt:

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

Original-Content von: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Weitere Storys: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
  • 20.04.2012 – 19:57

    NRZ: Pragmatisches Urteil - Kommentar von Michael Minholz

    Essen (ots) - Den Grundtenor des gestrigen Urteils darf man wohltuend pragmatisch nennen. Im Rechtsstreit zwischen der Videoplattform Youtube und dem Musikrechte-Verwerter Gema gilt nämlich vorerst die Regel, dass nur dann gelöscht werden muss, wenn der Künstler seine Urheberrechte bedroht sieht. Eine weise Entscheidung, denn alle Prozessbeteiligten können das Urteil aus ihrer Sicht als Erfolg verbuchen. Die Gema ...

  • 20.04.2012 – 19:56

    NRZ: Not macht erfinderisch - Kommentar von Christian Icking

    Essen (ots) - Was tun Herrscher und Politiker, wenn sie auf die Schnelle Geld in die leeren Kassen bekommen wollen? Genau: Sie erfinden eine neue Steuer. Das ist seit Urzeiten so. Derzeit zeigen Kommunen besonderen Einfallsreichtum: Es gibt die Bettensteuer für Hotelgäste und die Sexsteuer für gewisse Etablissements. Essen versuchte vergeblich, eine Steuer für Sonnenstudios einzuführen. Und in Remscheid ist der Plan ...

  • 17.04.2012 – 20:49

    NRZ: Klischees überdenken - Kommentar von Denise Ludwig

    Essen (ots) - Die Studie zum anonymen Bewerbungsverfahren ist keine Revolution. Ein Jahr lang wurden 8550 Bewerbungen anonymisiert. Das heißt, auf die Angabe persönlicher Merkmale, die auf Geschlecht, Alter oder Herkunft schließen lassen, wurde verzichtet. 246 Stellen wurden besetzt. Eine große Ausbeute ist das nicht gerade. Hinzu kommt: Gerade mal acht Arbeitgeber haben sich an dem Projekt beteiligt. Die Aussagekraft ...