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NRZ: Gestärkte Vaterrechte: Kläger fordert konsequente Umsetzung/Bisherige Regelung "himmelschreiend und einer Demokratie unwürdig"

Essen (ots) - Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Rechte nichtverheirateter Väter stärkt, fordert der Kläger eine konsequente Umsetzung in der Praxis: "Das eine sind Gesetze, das andere, wie man sie auslegt. Viele Jugendämter sind ja noch immer dominiert von Frauen", sagte Horst Zaunegger aus Pulheim, der seit acht Jahren vor deutschen Gerichten um das Sorgerecht seiner 15-jährigen Tochter kämpft, im Gespräch mit der "Neue Ruhr/Rhein Zeitung" (Essen, Mittwochausgabe). "Man muss sich nun Gedanken machen, wie man die Eltern zusammenbringt. Bei den Machtverhältnissen, wie sie bisher waren, musste sich der Stärkere, also die Mutter, ja nicht mit an den Tisch setzen. Wenn die Eltern erkennen, dass sie ihr Leben lang Verantwortung tragen müssen, profitieren davon auch die Kinder." Die bisherige Regelung bezeichnet er als "himmelschreiend und einer Demokratie unwürdig", die Entscheidung der Richter in Karlsruhe sei deswegen ein großer Schritt. "Es bleibt aber ein kleiner Wermutstropfen: Es gibt noch immer Gruppen von Vätern, die keinen selbstverständlichen Zugang zur Ausübung der gemeinsamen Sorge haben. Elternrecht ist Grundrecht." Im Dezember 2009 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befunden, dass das deutsche Gesetz gegen das Diskriminierungsverbot verstoße. Seit einem Jahr lebt die Tochter bei Horst Zaunegger - das Sorgerecht hat er jedoch immer noch nicht zugesprochen bekommen.

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