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Westfalenpost: Zeichen setzen Kabinett beschließt Libanon-Einsatz

Hagen (ots)

Von Winfried Dolderer
Nein, wir können uns nicht heraushalten. Da ist Außenminister 
Steinmeier nicht zu widersprechen. Wenn die Vereinten Nationen, die 
israelische Regierung, der Libanon, wenn außer womöglich der 
Hisbollah alle Beteiligten der Meinung sind, dass Deutschland sich 
mit Soldaten um die Sicherung eines Waffenstillstandes im Nahen Osten
verdient machen kann, dann sollten Bedenken in den Hintergrund 
treten. Dann wird man sich umso weniger verweigern, als das gerne 
benutzte Wort von der historischen Verantwortung sonst der 
Beliebigkeit anheimfiele. Insofern hat die Bundesregierung gestern 
das richtige Zeichen gesetzt.
 Die Frage ist, ob die Präsenz deutscher Schiffe in libanesischen 
Gewässern mehr sein wird als das. Da muss man nicht einmal der 
Bundeskanzlerin vorhalten, den Mund vielleicht ein wenig voll 
genommen zu haben, als sie sich eine Verantwortung für den 
gesamtpolitischen Prozess im Nahen Osten zumaß. Von hoch gespannten 
Erwartungen ist abzuraten. Nur weil jetzt Deutsche und Europäer 
militärisch präsent sind, wird sich ein Jahrhundertkonflikt nicht so 
bald auflösen. In Jahresfrist, wie beschlossen, wird der Einsatz sich
denn auch nicht erledigt haben.
 Eine ganz andere Frage ist, was die deutschen Bundeswehr-Schiffe 
überhaupt ausrichten können. Die Bundesregierung hat sich das 
Operationsgebiet ja frühzeitig ausgesucht nach dem Prinzip, das 
Auslandseinsätzen der Bundeswehr generell zugrunde liegt: Dabei sein 
ja, aber möglichst da, wo hauptsächlich der Verkehr zu regeln ist. In
diesem Fall der Schiffsverkehr. Der Waffenschmuggel wird, wenn nötig,
andere Wege finden.

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