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Westfalenpost: Marktwirtschaft
Kommentar von Harald Ries zu Flugpreisen

Hagen (ots) - Der Chef des Bundeskartellamts hat schon recht: Wenn die Lufthansa behauptet, sie für die gestiegenen Preise auf innerdeutschen Routen nach dem Ende von Air Berlin nicht verantwortlich, weil das alles von Algorithmen gesteuert werde, ist das eine zu billige Argumentation. Die Algorithmen sind so, wie sie sind, weil die Nutzer sie so haben wollten. Und sie funktionieren ganz simpel: Wenn die Nachfrage durch den Ausfall eines Konkurrenten bei der Lufthansa steigt, klettern auch die Preise. Das ist nun allerdings keine perfide Hinterlist, sondern Marktwirtschaft. Da darf das Kartellamt ruhig prüfen. Dass es Wettbewerbsverstöße findet, ist höchst unwahrscheinlich. Die Aktion wirkt also etwas populistisch. Hat die Lufthansa ein Monopol auf innerdeutschen Strecken? Kommt darauf an, wie man es betrachtet. In der Luft momentan weitgehend schon. Aber im Januar kommt Easyjet dazu. Und ICE-Verbindungen der Bahn sind in vielen Fällen kaum langsamer, wenn man Sicherheitskontrollen und den Weg in die Innenstadt mitrechnet. Dazu gibt es den Fernbus und das Auto. Natürlich ärgern sich Passagiere über hohe Preise. In Wahrheit sind sie angesichts der Klimafolgen noch zu niedrig. Und unser Land ist nicht so groß, dass wir wirklich dringend innerdeutsch fliegen müssten.

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