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Westfalenpost: In Würde gehen
Kommentar von Monika Willer zur Umfrage des Hospiz-Verbandes

Hagen (ots) - Sterben ist eines der letzten Tabu-Themen in unserer Gesellschaft. Die Angst vor einem würdelosen Tod wächst. Hilflos Apparaten ausgeliefert und mangelnder Pflege ausgesetzt zu sein, zu einem Stück Fleisch degradiert zu werden, davor fürchten sich viele Menschen. Dagegen steht der Wunsch, daheim in vertrauter Umgebung und im Kreise der Familie zu gehen. Die Realität sieht anders aus. Viele Angehörige können diesen letzten Wunsch nicht erfüllen, weil sie als Berufstätige mit der Pflege eines Sterbenden körperlich und seelisch überfordert sind. In den Krankenhäusern herrscht Personalknappheit, selbst wenn Schwestern und Pfleger vielfach alles versuchen, Trost zu spenden. Bleiben die Hospize als jene Orte, die einen würdevollen letzten Weg ermöglichen können. Das hospizliche Engagement in Deutschland wächst stetig, im Ehrenamt ist die Bedeutung der Sterbebegleitung längst erkannt. Aber es fehlt noch eine engere Verzahnung dieser Angebote mit denen von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Deshalb ist die Forderung der Hospizbewegung an die Politik, ambulante Versorgungsstrukturen aufzubauen, mehr als überfällig. Gestorben wird immer. Das Thema geht wirklich jeden an.

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