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Westfalenpost: Kommentar zu Senioren im Krankenhaus

Hagen (ots) - Es ist der Klassiker. Es ist die große Angst vieler älterer Menschen, die noch in ihren eigenen vier Wänden gut zurechtkommen: Ein Sturz, und alles ist vorbei. Ein Krankenhausaufenthalt und eine Operation, dann Endstation Pflegeheim. In die eigene Wohnung geht es nie wieder zurück. Leider ist diese Befürchtung allzu berechtigt. In vielen Fällen kommt es genau so. Nicht in allen wird das zu verhindern sein. Aber viele Senioren könnten noch gute Jahre zu Hause verbringen, wenn die Krankenhäuser besser auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet wären. Es tut sich etwas. Kliniken werden demenzfreundlich umgerüstet, Geriatrie-Stationen entstehen, geriatrisch ausgebildete Fachkräfte kommen auch auf anderen Stationen zum Einsatz. Aber diese positiven Beispiele, die es auch in der Region gibt, können nicht Schritt halten mit der Veränderung der Patienten: Sie werden immer älter, leiden oft an mehreren Krankheiten, sind zunehmend desorientiert und verwirrt. In Kombination mit dem Abbau von Pflegekräften führt das oft zu schwierigen Situationen für alle Beteiligten - um es ganz vorsichtig auszudrücken. Finanziell betrachtet mag es sinnvoll sein, die Liegezeit in Krankenhäusern zu reduzieren und die Patienten schnell durchzuschleusen. Gut für viele Ältere ist das jedoch oft nicht. Auch bei der Frage, wo eine Reha sinnvoll ist, sollten nicht kurzfristige finanzielle Erwägungen im Vordergrund stehen. Denn Pflegebedürftigkeit ist, ganz abgesehen vom menschlichen Schicksal, immer das teuerste Resultat. Was wir brauchen, sind mehr Prüfungen der Behandlungsmethoden - so wie die Barmer sie jetzt vorgelegt hat. Und wieder mehr Pflegepersonal. Das kostet. Aber wenn es die Angst reduziert, ist es das wert.

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