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Westfalenpost: Bericht zur deutschen Einheit

Hagen (ots) - Wenn im Westen Stimmen laut werden, die Mauer wieder aufzubauen, ist das längst nicht mehr nur ironisch gemeint. Der Fremdenhass in den neuen Bundesländern ist kein Ost-Problem allein, er rückt die ganze Republik in eine Schieflage. Denn der Westen wird am Ende natürlich für die Folgen aufkommen müssen. Vom sozialen Frieden mal ganz abgesehen: Kein Unternehmen investiert in Regionen, wo ein indischer Ingenieur nicht angstfrei über die Straße gehen kann. Vermutlich wird der Steuerzahler nie erfahren, wie viel der Aufbau Ost bisher gekostet hat. Ruhrgebietskommunen wie Hagen kämpfen mit Problemen, die man sich im Osten nicht einmal vorstellen kann, aber sie müssen immer noch den Solidaritätszuschlag in zweistelliger Millionenhöhe überweisen. Das muss endlich korrigiert werden. Woher kommt aber der Fremdenhass? Aus der Diktatur-Vergangenheit, als man in einer abgeriegelten Welt ohne Kontakt zu anderen existierte? Als man mit den Nachbarn um die raren Konsumgüter konkurrierte? Aber das haben die heutigen jungen Rechtsextremen im Osten ja gar nicht mehr erlebt. Der Ausländeranteil ist in den neuen Ländern viel niedriger als in anderen Regionen. Aus den Zahlen kann der Fremdenhass daher nicht erklärt werden. Nur: Wie kommt man dagegen an? Indem man nicht länger wegsieht! Fremdenhass gibt es auch innerhalb der Polizei und bei den kommunalen Ämtern. Das darf und kann der Staat nicht dulden. Wenn die Aufsichtsbehörden hier endlich mit Nachdruck aktiv würden, so dass sich rassistische Straftäter nicht mehr so fühlen können, als seien die Ordnungskräfte ihre Freunde und Helfer, dann wäre schon viel gewonnen.

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