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Westfalenpost: Martin Korte zu Edeka/Tengelmann

Hagen (ots) - Dass Edeka aus der Übernahme von Kaiser's Tengelmann Kapital schlagen will, ist keine Überraschung. Wie drastisch der Konzern gegen die Auflagen der Ministererlaubnis verstoßen möchte, schon. Sigmar Gabriel hat das Zusammengehen der Supermarktketten gegen den erbitterten Widerstand der Monopolkommission nur genehmigt, weil ihm das Gemeinwohl wichtiger ist als das Wettbewerbsrecht. Deshalb hat er seine Zustimmung an etliche Nebenbestimmungen geknüpft, die vor allem Jobs und Arbeitnehmerrechte sichern sollen. Dem Wirtschaftsminister kann es nicht gefallen, dass Edeka nun versucht, diese Vorgaben auszuhebeln. Edeka liebt eben nicht nur Lebensmittel, sondern auch Profite. Einem Unternehmen vorwerfen zu wollen, dass es sich der Werkzeuge des Kapitalismus bedient, wäre naiv. Edeka stellt gerade Maximalforderungen auf, um dann am Ende einem scheinbaren Kompromiss zuzustimmen. Sprich: Nur noch die Hälfte der im Raum stehenden Stellenstreichungen vorzunehmen. Dann werden vielleicht alle sagen: "Puhh, es ist ja doch nicht so schlimm gekommen." Unter dem Strich aber bliebe ein eklatanter Verstoß gegen die Intention der Ministererlaubnis. Verdi darf das nicht akzeptieren. Und Sigmar Gabriel auch nicht.

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