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Westfalenpost: Martin Korte zum VW-Skandal: Eine Schande für Deutschland

Hagen (ots) - Wir werden um Ihr Vertrauen kämpfen - das hat der Volkswagen-Konzern seinen Kunden schriftlich versprochen, kurz nachdem die US-Umweltbehörde EPA den Abgasskandal ins Rollen gebracht hatte. Das ist ein paar Wochen her, und seitdem rollt VW unter Missachtung des Tempolimits von einer Peinlichkeit in die nächste. Versprechen gebrochen! Es geht jetzt um organisierten Betrug. Das Unternehmen, das mal größter Automobilhersteller auf dem Globus werden wollte (das wird nun wohl nichts mehr), hat mutmaßlich Unterlagen gefälscht und die Angaben zum Kohlendioxid-Ausstoß der Fahrzeuge geschönt. Mit dem Einsatz gegen den Klimawandel Werbung machen und dann die CO2-Werte manipulieren - geht's noch? Und was kommt als nächstes? Wer jetzt noch argumentiert, technologisch sei VW trotz allem ein toller Laden, der hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Mit einem zehnprozentigen Abschlag an der Börse ist das Unternehmen aktuell noch gut bedient; es geht an die Substanz des Auto-Giganten. Volkswagen schlittert in die Existenzkrise. Bisher hatte es den Anschein, als würden die Kunden noch sehr gnädig umgehen mit dem Pkw-Produzenten ihres Vertrauens; die Software-Manipulation ließen viele noch als eine Art Kavaliersdelikt durchgehen. Jetzt aber reicht's. Mögliche Steuernachzahlungen, enormer Wertverlust - der Betrug geht ins Geld der Verbraucher. VW täuscht seine Kunden, der Bundesnachrichtendienst spioniert befreundete Staaten aus, das Sommermärchen war gekauft, die Große Koalition streitet lieber über das Flüchtlingsproblem als es zu lösen: Deutschland hat gerade keinen guten Lauf.

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