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Westfalenpost: Souveränität beweisen Von Torsten Berninghaus

Hagen (ots) - Erdogan polarisiert. Zu Hause in der Türkei schlägt ihm gerade eine Welle des Protestes wegen seines völlig unangemessen Umgangs mit dem Bergwerksunglück von Soma entgegen, und auch in Deutschland werden kritische Stimmen angesichts seines bevorstehenden Wahlkampfauftritts in Köln immer lauter. Und so stellt sich mancher die Frage, ob man den türkischen Regierungschef nicht ausladen solle, statt ihm ein Podium zu geben. Das aber sollte man nicht.

Denn Erdogan ist ein Staatsgast. Trotz seiner Politik, die die Türkei immer weiter von einer EU-Mitgliedschaft entfernt. Trotz des unwürdigen Auftritts bei einer Demonstration. Und trotz der Unverschämtheiten, die er sich zuletzt gegenüber dem deutschen Bundespräsidenten Gauck erlaubt hatte. Gerade weil der türkische Ministerpräsident in dieser Angelegenheit bereits eine Retourkutsche angekündigt hatte, sollte Deutschland souverän sein, die politische Debatte zulassen und die Regeln des zivilisierten Miteinanders achten.

Ob Erdogan die Kölner Bühne nutzt, um versöhnliche Worte der Mäßigung zu finden, wird man sehen. Andernfalls zementiert er das Bild eines Mannes, der Menschen gegeneinander aufhetzt und polarisiert. In Deutschland und in der zunehmend gebildeten türkischen Gesellschaft wird er damit keinen Erfolg haben.

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