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Westfalenpost: Fitness-TÜV ist nur der Anfang Von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Computer- und Fernsehsucht - viele Kinder stolpern durchs Leben, weil ihre Beweglichkeit nicht trainiert wird. Der "Fitness-TÜV" kann Testergebnisse liefern, wird das Problem aber allein nicht lösen. Testen beseitigt den Mangel nicht: Eltern und Schulen müssen mehr Freiräume und Anreize für Bewegung schaffen.

Der Sportunterricht führt an vielen Schulen ein Schattendasein. Wer hier spart, schadet der Gesundheit. Gerade Kinder aus Problem-Familien sind anfälliger für Übergewicht, weil nicht selten Fastfood und Fernseher den Tagesablauf daheim prägen.

Mit Fitness-Programmen muss früh begonnen werden, um Spaß an der Bewegung zu fördern. Sinnvoll wäre es, die Motorik auffälliger Kinder bereits in der Kita intensiv zu schulen. Das erfordert Zeit, Geld und qualifizierte Ausbilder. Hier könnten Krankenkassen durch Frühförderung die absehbare Kostenexplosion verhindern.

Der Ausbau der Ganztagsschulen eröffnet die Chance, mit mehr Bewegungsangeboten Fehlentwicklungen zu stoppen. Die antike Formel "Gesunder Körper, gesunder Geist" hat bis heute nichts von ihrer Richtigkeit eingebüßt. Es bleibt aber der Eindruck, dass zwischen Theorie und Praxis Welten liegen.

Schwimmbäder schließen, marode Sporthallen haben keine Hausmeister, Bolz- und Spielplätze vergammeln - die Mängelliste wird täglich länger. 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren haben Übergewicht. Es braucht eine gewaltige gesellschaftliche Kraftanstrengung, damit Kinder gesund bleiben. Der "Fitness-TÜV" ist ein Anfang. Aber er muss flächendeckend eingesetzt werden. Auch wenn das Geld kostet.

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