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Westfalenpost: Westfalenpost zum Referendum auf der Krim

Hagen (ots) -

Eine Wahl ohne Wahl ist keine Wahl. So gläsern die Wahlurnen, so durchsichtig die Absicht des Referendums auf der Krim. Das Ergebnis stand vorher fest: Wiedervereinigung mit Russland. Warum? Weil die etwa 1,8 Millionen stimmberechtigten Bewohner der ukrainischen Halbinsel keine Möglichkeit hatten, für den Verbleib bei der Ukraine zu stimmen.

Sie durften ihr Kreuz entweder für den Anschluss an Russland machen oder sich für die Wiederherstellung der Verfassung von 1992 und für die Krim als Teil der Ukraine aussprechen. Letzteres hört sich seriös an, ist bei näherem Hinsehen nicht mehr als eine leere Formel. Die Verfassung von 1992 gibt es nicht mehr. Sie sicherte der Halbinsel zu, selbst zu entscheiden, zu wem sie gehören wolle. Angesichts der russischen Mehrheit auf der Krim, einer kremltreuen Marionette an der Spitze der Krim-Führung und den geschaffenen Fakten mit der Stationierung von 22 000 Soldaten steht die Halbinsel bereits heute unter russischer Kontrolle.

Also ein Sieg Putins? Auf den ersten Blick vielleicht. Die Krim galt immer als Sahnestück des russischen Reiches. Große Gasvorkommen werden auf dem Festland und vor der Küste im Schwarzen Meer vermutet. Ein Abkommen mit einem internationalen Öl-Konsortium, an der Spitze der US-Energieriese Exxon, liegt auf Eis. Der russische Präsident braucht eine Demonstration seiner Stärke angesichts sinkender Zustimmung in der Bevölkerung. Auf den zweiten Blick hat Moskau in der Ukraine nicht nur ein folgsames Regime verloren. Das Land ist näher an den Westen gerückt und sorgt mit seiner Demokratiebewegung für einen steten Unruheherd. Bei aller Bestürzung über den Bruch des Völkerrechts auf der Krim: Siege sehen anders aus.

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