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Westfalenpost: Pädagogik ausgeblendet
Kommentar von Torsten Berninghaus zu den neuen Sommerferien-Terminen

Hagen (ots) - Die Tourismusbranche kann den Sekt kalt stellen. Denn der Beschluss der Ministerpräsidenten, den Sommerferien-Korridor auf 90 Tage auszuweiten, spült fast eine Milliarde Euro in die Kassen der Urlaubsanbieter. Dass man bei der Entscheidung pädagogische Aspekte im Blick hatte, darf zumindest bezweifelt werden. Ausgerechnet Gremiums-Sprecher Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg erläuterte gestern den Beschluss. Er hat gut reden, denn sein Bundesland und die Nachbarn aus Bayern machen nicht mit bei dem rollierenden System. Sie bleiben bei ihrem verlässlichen Start der Sommerferien. Vermutlich aus gutem Grund. Denn die neue Regelung wird im Schulzyklus problematisch, wenn Ostern spät im Jahr liegt. Oder wenn ein Bundesland nach einem frühen Ferienstart im Jahr darauf deutlich nach hinten rutscht. In beiden Fällen wird es zu äußerst engen Taktungen von Klassenarbeiten und Prüfungen kommen. Beides belastet Schüler wie Lehrer und bringt Schwierigkeiten bei der vernünftigen Verteilung und Überprüfung des Lernstoffs. Und während sich die ersten bereits schwitzende Schüler in aufgeheizten Klassenräumen vorstellen, fragen sich andere, warum zum Beispiel in Frankreich, wo alle zur gleichen Zeit in die Ferien gehen, die Tourismusbranche noch nicht zugrunde gegangen ist.

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