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02.03.2012 – 19:36

Westfalenpost

Westfalenpost: Kommentar zu Gewerkschaften/Arbeit/IG Metall/Metaller/Tarifrunde und Unternehmer-Selbstverständnis/Geld spielt nur noch eine Nebenrolle /Von Stefan Pohl

HagenHagen (ots)

Das Trommeln der IG Metall zeigt Wirkung - auch bei den Arbeitgebern. Das Geld scheint bei den Mitte März in NRW beginnenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie nur noch eine Nebenrolle zu spielen, wenn man die Worte von Metallarbeitgeberchef Horst-Werner Maier-Hunke richtig deutet. Verzichtete die Gewerkschaft jetzt auf ihre beiden anderen Forderungen, die den Arbeitgebern richtig weh tun, nämlich nach Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern und nach der unbefristeten Übernahme von Ausgebildeten - sie würde wohl einen der höchsten Lohnabschlüsse ihrer Geschichte erzielen, mit einer fünf oder sogar einer sechs vor dem Komma. So, mit dem Gesamtpaket, beginnt ein Pokerspiel, dessen Ausgang unabsehbar ist. Wer aber jetzt denkt, eine durch die immer noch brummende Branchenkonjunktur und neue Mitgliederzuwächse kraftstrotzende IG Metall werde die Bastionen der Arbeitgeber einfach niederrennen und mit einer Vier vor dem Komma einen Sieg auf der ganzen Linie einfahren, der könnte sich täuschen. Einmal wegen des unklaren weltwirtschaftlichen Umfeldes - Stichwort mögliche offizielle Griechenland-Pleite und die Folgen, nicht nur für deutsche Banken. Aber auch deshalb, weil eine noch einmal um Leiharbeiter und junge Ausgebildete erweiterte Mitbestimmung für viele kleinere Mittelständler mit einem dezidierten Herr-im-Haus-Standpunkt deutlich jenseits des Erträglichen wäre. Vier Prozent mehr Lohn würden sie vielleicht so gerade noch zähneknirschend zustimmen, aber nicht mehr der unbefristeten Übernahme auch der Jugendlichen, die sie nach der Ausbildung lieber loswerden möchten. Oder dem künftigen Einspruch von Betriebsräten bei der Einstellung von Leiharbeitern - für viele Unternehmer sind das Zumutungen. Maier-Hunke weist deshalb zu Recht darauf hin, dass die Durchsetzung dieser Gewerkschaftsforderungen aus Arbeitnehmersicht unerwünschte Folgen haben könnten. Wie ernst die zu nehmen sind, steht dahin. Noch übt die gute Konjunktur auf beide Tarifparteien eine wohltuend mäßigende Wirkung aus. Es ist zu hoffen, dass es während der Verhandlungen dabei bleibt.

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