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Westfalenpost: Der Truppe wirklich nah

    Hagen (ots) - Reinhold Robbe war ein guter Wehrbeauftragter Von Jörg Fleischer Auf Reinhold Robbe konnten sich die Soldaten verlassen. Er hatte die Funktion des Wehrbeauftragten nicht nur auf dem Papier inne - Robbe war der Truppe wirklich nah. Ein kritischer Geist am richtigen Platz, ein Korrektiv für Fehlentwicklungen in der Bundeswehr. Einer, der für die Sorgen und Nöte der Soldaten stets ein offenes Ohr hatte. Respekt wird dem Sozialdemokraten sogar aus den Reihen seiner politischen Gegner entgegen gebracht. Dennoch, er muss sein Amt aufgeben. Die schwarz-gelbe Koalition versagt Robbe die Wiederwahl. Es wäre ein Gewinn für die Streitkräfte gewesen, wenn er über die Grenzen zwischen Regierung und Opposition hinweg erneut zum Wehrbeauftragten gewählt worden wäre. Das sollte nicht sein. Schade. Gegen Ende seiner Amtszeit zieht Robbe nun ein beunruhigendes Fazit. Weiterhin fehlt es der Truppe an Material für die Auslandseinsätze, an geschützten Fahrzeugen, Hubschraubern, Transportflugzeugen. Schlimmer noch: an Ärzten. Alarmierend ist, dass diese Klagen Jahr für Jahr wiederkehren. Die flexible Antwort auf neue Herausforderungen ist nicht die Stärke der politischen und militärischen Führung. Deshalb ist Robbes Forderung nach personellen Konsequenzen gerechtfertigt. Und wichtig ist auch, dass Sicherheitspolitik nicht nach Kassenlage gemacht werden darf. Die Bundeswehr ist leider noch immer ein Tanker, der seinen Kurs nur langsam ändert. Der Wandel von der Armee der Landesverteidigung hin zur Armee im Einsatz ist noch längst nicht vollzogen. Also gibt es auch für künftige Wehrbeauftragte noch alle Hände voll zu tun.

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