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Neue OZ: Kommentar zum Treffen der europäischen Christdemokraten in Dublin

Osnabrück (ots) - Gegner auf Augenhöhe

Erwartungsgemäß hat sich das EU-Urgestein Jean-Claude Juncker beim Treffen der europäischen Christdemokraten in Dublin mit großem Abstand gegen den Franzosen Michel Barnier durchgesetzt. Vieles sprach für den 59-jährigen Juristen Juncker als Spitzenkandidat, zum Beispiel der hohe Bekanntheitsgrad des Luxemburgers und seine langjährige Erfahrung als Vorsitzender der Euro-Gruppe von 2005 bis 2013. Damit haben die Christdemokraten einen Gegner auf Augenhöhe zum ebenfalls erfahrenen Sozialdemokraten Martin Schulz gewählt. Dem Europa-Wahlkampf hierzulande kann das Wettrennen dieser beiden prominenten Spitzenkandidaten in den kommenden elf Wochen nur guttun, zumal beide fließend Deutsch sprechen und in TV-Duellen gegeneinander antreten. Es ist hilfreich, dass die Europapolitik in der Öffentlichkeit nicht mehr in erster Linie durch extrem sperrige Inhalte transportiert wird, sondern stärker über bekannte Politiker. Und weil zugleich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen Volksparteien durchaus wahrscheinlich ist, erhöht sich möglicherweise sogar die Beteiligung an der Europawahl. Eine schlagkräftigere Spitze in Brüssel und Straßburg ist dringend nötig. Das belegen derzeit überdeutlich die hilflosen Reaktionen der EU auf das aggressive russische Vorpreschen auf der Halbinsel Krim. Hier mit einer Stimme zu sprechen ist viel wichtiger, als europaweit noch das letzte Detail regeln zu wollen.

Christof Haverkamp

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