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Neue OZ: Kommentar zu chinesischen Militärausgaben

Osnabrück (ots) - Chinas Aufholjagd

Die Zeiten, in denen die Volksrepublik China im Wesentlichen mit sich selbst beschäftigt war, sind vorbei. Peking steigert seinen Einfluss in der Welt, und es will langfristig in der Lage sein, seine Interessen zu verteidigen, auch militärisch. Vor diesem Hintergrund sind die chinesischen Militärausgaben zu sehen. Und diesen Anspruch wird dem Land niemand verwehren können. Ohnedies steigen diese Ausgaben Jahr für Jahr, weil Pekings Streitkräfte einem technologischen Rückstand hinterherlaufen und das auch noch länger tun werden. Der aktuelle Etatsprung kann bedeuten, dass Peking dabei nun noch stärker auf die Tube drückt. Er kann aber auch einem Einmaleffekt infolge ungewöhnlich teurer Rüstungsprojekte geschuldet sein: China baut derzeit seine ersten eigenen Flugzeugträger. Wie dem auch sei: Gemessen an der Größe des Landes ist sein Militäretat weiterhin überschaubar, selbst wenn er in einem Maße ansteigt, dass Peking ein höheres Defizit in Kauf nimmt. Zu überbordender Besorgnis besteht daher noch kein Grund. Mit der stärker werdenden Position in der Welt wächst auch das Netz der ökonomischen Beziehungen Chinas, und Peking wird diese nicht ohne Not durch militärische Abenteuer aufs Spiel setzen. Das sollten Mächte wie Japan und Korea bedenken, bevor sie mit aktionistischer Gegenrüstung reagieren, die nur zu einer diplomatischen Abwärtsspirale führen.

Maik Nolte

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