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Neue OZ: Kommentar zu Verbraucherschutz

Osnabrück (ots) - Trügerische Sicherheit

Viel hilft viel. Nach dieser Devise scheint das Land Niedersachsen beim Thema Lebensmittelkontrollen zu verfahren. Zweifelsohne ist die deutliche Aufstockung der Kontrolleure in Oldenburg ein starkes Zeichen. Nach der langen Reihe der Skandale und Täuschungen der vergangenen Monate wird dem Verbraucher (und Wähler) signalisiert: Jetzt wird alles besser.

Wirklich? Es sei daran erinnert, dass die Lebensmittelproduktion auch vor Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) kein rechtsfreier Raum war. Skandale hat es trotzdem gegeben, und es wird sie auch weiter geben, bei aller trügerischen Sicherheit durch verstärkte Kontrollen. Denn die Lebensmittel- und Futterproduktion ist ein weltweites Geschäft. Die Rohstoffströme ziehen sich über den gesamten Globus. Kommt es an einem Punkt einer langen Kette zu Problemen, setzt ein Domino-Effekt ein. Einige Kontrolleure mehr in Oldenburg werden kaum verhindern, dass irgendwo auf der Welt vermutlich schon der nächste große Lebensmittelskandal gärt, der auch Niedersachsen erreichen wird.

Unabhängig davon sei daran erinnert, dass der Bürger in aller Regel nicht erfährt, was der Kontrolleur herausfindet. Nach wie vor ist Verbraucherschutz in Deutschland Verschlusssache. Das zu ändern wäre ein echter Gewinn für den Verbraucher.

Dirk Fisser

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