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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
SPD
Personalien

Osnabrück (ots) - Yasmin wer?

Ralf Stegner wäre eine gute Wahl gewesen: erfahren, aggressiv, den linken Flügel einbindend. Aber innerhalb wie außerhalb der SPD stößt er wegen seiner zuweilen anmaßend wirkenden Art auch manchen ab. Ohnehin hatte der Wunschkandidat des Parteichefs für das Amt des Generalsekretärs ein nicht zu änderndes Problem: Er ist ein Mann. Davon gab es unter den führenden Sozialdemokraten bereits genug.

Mit Yasmin Fahimi betritt nun ein absoluter Neuling die partei- und bundespolitische Bühne. Es wird nicht lange dauern, bis sich die Öffentlichkeit ein Bild von ihr machen kann. Wie ihrer Vorgängerin Andrea Nahles obliegt es ihr, die Positionen der Partei zu verdeutlichen, und auch bis an die Grenzen zuzuspitzen. Sie hat die Möglichkeiten dazu: Mit der Organisation der Partei befasst, ist sie frei von der Einbindung in die Regierungsarbeit. Rücksichten auf die Koalitionspartner muss sie weniger nehmen, auf die Opposition schon gar nicht.

Ob in Talkshows oder am Verhandlungstisch, die Deutsch-Iranerin steht künftig der Abteilung Attacke vor. Sie muss schnell denken und handeln und wird präsenter sein als mancher Minister. Hinzu tritt die Herausforderung, als externer Zugang den Parteiapparat hinter sich zu bringen. Mit der Personalie hat Sigmar Gabriel einmal mehr gehörigen Mut bewiesen. Zugleich baut er wieder eine Brücke in Richtung Gewerkschaften, nachdem er Schatten-Arbeitsminister Klaus Wiesehügel im Herbst hatte rüde fallen lassen.

Burkhard Ewert

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