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Neue OZ: Kommentar zu Energie
Atom

Osnabrück (ots) - Irren ist menschlich

Man muss nicht so weit gehen wie der Münchner Kardinal Reinhard Marx: Seiner Ansicht nach kann Atomkraft als "Teufelszeug" bezeichnet werden. Das ist ein provokanter Begriff, der Aufmerksamkeit sichert. Allein: Er führt auf Abwege. Es geht nicht um irgendwelche höheren Mächte, sondern schlicht und einfach um das Werk von Menschen. Und die können bekanntlich irren. Das ist nicht verwerflich. Wichtig bleibt aber, aus Fehlern zu lernen.

Es ist deshalb überaus erfreulich, dass eine immer breitere Mehrheit der Menschen kritisch auf die Kernkraft blickt. Denn sie ist im schlimmsten Fall nicht beherrschbar. Mehr noch: Nicht einmal Begleitprobleme wie die Abfallbeseitigung sind verlässlich gelöst, und das, obwohl der Atommüll Hunderttausende von Jahren strahlt. Wer gibt den heute Lebenden eigentlich das Recht, kommenden Generationen eine solche Last zu hinterlassen?

Das Gebot der Stunde lautet nun, den Schwung der aktuellen Debatte zu erhalten und sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Natürlich wird ein Ausstieg aus der Kernkraft nicht frei sein von Problemen und Widersprüchen. Wer will, mag auch mit dem sicherlich fragwürdigen Bezug von Atomstrom aus dem Ausland argumentieren. Doch letztlich zählt nur eins: der Umstieg auf erneuerbare Energien. Nur dieser Weg garantiert eine Minderung der Risiken und stellt die Energieversorgung zugleich auf langfristig stabile Säulen.

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