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Neue OZ: Kommentar zu Biosprits E10

Osnabrück (ots) - So schwach ist Europa

Die Debatte um die Einführung des Biosprits E10 offenbart die Kapitulation der Politik gegenüber der mächtigen Autoindustrie. Seit Jahren fordern rot und schwarz geführte Bundesregierungen sparsamere, umweltfreundliche Autos. Passiert ist allerdings kaum etwas: Große und leistungsstarke Pkw dominieren noch immer den Fahrzeugmarkt.

Wie handlungsunfähig Europa ist, zeigt sich darin, dass es noch immer keine einheitliche Regelung für die Einführung des Biosprits gibt. Während Brüssel zwar Vorgaben für den Wuchs von grünen Gurken machte, darf beim Treibstoff immer noch jeder Mitgliedstaat selbstständig entscheiden, wie hoch der Bio-Anteil ist.

Wer beispielsweise auf einer Reise von Deutschland nach Frankreich mit seinem Auto in beiden Ländern E10 tankt, kann nicht sicher sein, dass sein Motor bis zum Ziel durchhält.

Die deutschen Autobauer und der ADAC dürften den E10-Streit jedenfalls mit einem zufriedenen Schmunzeln verfolgen. Die Sprit-Debatte wird für lange Zeit die Diskussion um wirklich effektive Umweltschutz-Vorgaben wie gesetzliche Auflagen für den Treibstoffverbrauch verdrängen. Vorgaben, die der Umwelt nutzen, aber dem Umsatz der Automobilindustrie spürbar schaden würden. Stattdessen streitet Deutschland über eine Bio-Beimischung, die wegen der steigenden Nachfrage nach nachwachsendem Rohstoff nur einen Gewinner kennen wird - die Bauern.

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