Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität
Statistik

Osnabrück (ots) - Weiter, immer weiter

Die Zahl aller Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit 2001, die Aufklärungsquote so hoch wie nie zuvor, an den reinen Zahlen gemessen war 2010 ein gutes Jahr für die niedersächsische Polizei. Neben viel berechtigtem Lob für diesen Erfolg verträgt jede Statistik einen zweiten, genaueren Blick.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren sank beispielsweise die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzungen merklich. Sie hatte sich alleine von 2002 bis 2009 um 31,1 Prozent erhöht. Bis zu den Werten von damals ist es also noch ein weiter Weg. Da ist es auch nicht widersprüchlich, wie es sich Innenminister Uwe Schünemann (CDU) von den Grünen im Landtag vorwerfen lassen muss, dass der Minister trotz der positiven Entwicklung gerne Forderungen stellt. Über deren Inhalt darf dann freilich munter gestritten werden.

So auch bei der Vorratsdatenspeicherung. Die gestiegene Zahl bei den Internet-Straftaten zeigt ebenso wie der Ruf Schünemanns nach neuen rechtlichen Rahmenbedingungen: Die Polizei steht dem Phänomen noch weitgehend machtlos gegenüber. Dabei trifft die Schuld bei harmloseren Delikten häufig die Opfer selbst. Wer auf die meist offensichtlichen Betrugsversuche hereinfällt, der ist in Sachen Internet schlicht naiv und unwissend. Viel wirksamer wäre es in diesem Fall für die Polizei, nicht nur die Straftaten, sondern auch die Bürger aufzuklären.

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