Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Kriminalität
Missbrauch

Osnabrück (ots) - Der Weg ist noch weit

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Klöstern, Schulen, Internaten: Keine anderen Schlagzeilen haben der katholischen Kirche - aber auch weltlichen Einrichtungen - im vergangenen Jahr so geschadet wie diese. Hart arbeitet sie seither daran, aufzuklären und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dabei hat sie allerdings noch einen weiten Weg vor sich. Zwar ist ein Anfang gemacht. Führende Geistliche haben um Vergebung gebeten, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat einen bewegenden und weithin beachteten Bußgottesdienst abgehalten. Auch gibt es neue Leitlinien zum Schutz von Kindern. Doch noch steht eine große Bewährungsprobe bevor: die Entschädigung der Opfer.

Aber kann man Geschändete und Missbrauchte überhaupt "entschädigen"? Zweifel sind angebracht. Besser spricht man wohl von Schmerzensgeld. Oder, noch besser, von einer Geste, mit der erlittenes Unrecht anerkannt wird. Fest steht: Je schneller und unbürokratischer gehandelt wird, desto besser. Insofern ist es gut, dass die Bischofskonferenz jetzt klare Vorstellungen entwickelt hat. Fraglich bleibt aber, ob es richtig ist, Einzellösungen zu suchen. Denn das große Ziel des Runden Tisches sexueller Missbrauch - ein gemeinsamer Entschädigungsfonds aller betroffenen Institutionen - gerät so in Gefahr. Damit drohen eine Ungleichbehandlung Betroffener bei der Vergabe von Hilfen und neues böses Blut.

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