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Neue OZ: Kommentar zu Musik

Osnabrück (ots) - In Würde getrennt

Es wird nicht mehr nachgetreten in München, zum Glück. Stattdessen verbringen die Philharmoniker und Thielemann ihre verbleibende gemeinsame Zeit in Würde. Wie ein Elternpaar, das höflich miteinander umgeht, obwohl die Scheidung beschlossene Sache ist. Schließlich soll die Trennung ja nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Auch im Falle der in die Brüche gegangenen Ehe zwischen Thielemann und dem Münchner Orchester gibt es Leidtragende: in erster Linie das Publikum, das ein Paar verliert, das Konzerte zu Sternstunden machen konnte. Dafür wird es in der kommenden Saison reichlich entschädigt. Aber dass Intendant Paul Müller mit Namen wie Mehta und Gergiev glänzen kann, ist das Ergebnis einer fruchtbaren Orchesterarbeit - auch der Thielemanns. Denn Maestri dieser Kategorie kommen nur dann für längere Zyklen, wenn die Qualität des Orchesters stimmt. Hier hat Celibidache wichtige Aufbauarbeit geleistet, die Thielemann fortgeführt hat. Maazel hingegen wird nur ein Interimsdirigent sein; das hat er von Anfang an deutlich gemacht. Die Suche an der Isar geht weiter.

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