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Neue OZ: Kultur-Kommentar

Osnabrück (ots) - Zeit für die ganz dicken Bücher

Schneezeit gleich Schmökerzeit? So ist es. Der Schnee bremst das Leben. Der Alltag ist damit erschwert - sehr zum Vorteil einer Muße, die jetzt mehr Raum gewinnt. In der Winterlandschaft klingen Schritte anders, das Licht gewinnt eine neue Klarheit, Gedanken schweifen weiter. So viel Ruhe sollte in Lektüre investiert werden. Der Winter ist die richtige Zeit für die ganz dicken Bücher, nicht nur für diejenigen, welche die kalte Jahreszeit auch thematisch behandeln. Festtage und die Zeit zwischen den Jahren laden ein zu imaginären Reisen, zu konsequenter Entfernung vom Alltag. Während es draußen knackig kalt ist, lockt drinnen der Lesesessel - und das ganz dicke Buch, das sich wie ein imaginärer Raum öffnet. Wann, wenn nicht jetzt den Mut finden für die ganz dicken Wälzer? Thomas Manns "Zauberberg" wäre so ein Buch, nicht nur wegen des berühmten "Schnee"-Kapitels. Romanheld Hans Castorp erfährt im Schneetreiben das Wunder, bislang nie gedachte Gedanken endlich denken zu können. So ähnlich kann es jedem Leser gehen. Er muss sich nicht im Hochgebirge verirren - sondern nur in einer endlosen Geschichte.

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