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Neue OZ: Kommentar zu Buchmesse

Osnabrück (ots) - Irrsinnige Geschwindigkeit

Nun präsentiert die Buchbranche wieder ihre Herbstkollektion. Der deutsche Markt zeigt sich im internationalen Vergleich in der Krise zwar stabil, dennoch haben die Verlage ihre Titelzahl reduziert. Im Buchhandel ist davon wenig sichtbar - wenigstens für denjenigen, der sich an die Bestsellerliste hält. Dafür ist die irrsinnige Geschwindigkeit zu spüren, mit der die Branche neue Bücher über einen Markt treibt, der zumindest in der Belletristik weit über Aktualität hinaus seine Wirkung beim Leser entfalten sollte. Stattdessen schreitet die Verdrängung von Büchern fort, die das Verkaufsziel nicht erreichen. Offenbar leidet nun auch die Qualität: Top-Titel wie "Freiheit" von Jonathan Franzen sind an internationale, zeitgleiche Erscheinungstermine gebunden. Das erhöht den Druck auf Übersetzer und Herstellung. Kein Wunder, dass in Großbritannien nun Franzen-Romane nachgearbeitet werden, weil sie Fehler enthalten. Sympathisch dagegen, dass ein deutscher Verlag Maximilian Schells Autobiografie vertagt: Schell war mit dem Buch nicht zufrieden.

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