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Neue OZ: Kommentar zu Schäubles Ausfall

Osnabrück (ots) - Schäbiger Versuch

Der Chef fällt aus, und der Betrieb bricht zusammen? Wenn es so wäre, müssten viele Firmen hierzulande Insolvenz anmelden. Und politisch hätte Deutschland den Status einer Bananenrepublik.

Die vorgeschobene Sorge des FDP-Politikers Frank Schäffler um den Gesundheitszustand Wolfgang Schäubles ist daher pure Heuchelei. Dem Radikalliberalen passt es einfach nicht, dass nun zeitweise Vertreter aus den Reihen der Sozialdemokraten das Ruder übernehmen. Sein Versuch, die Staatssekretäre wegen ihrer SPD-Zugehörigkeit zu diskreditieren, wirkt unter diesem Vorwand schäbig.

Dabei hat Schäuble richtig gehandelt, als er nach dem Regierungswechsel das alte Personal übernommen hat. Denn Jörg Asmussen und Werner Gatzer haben Deutschland durch die Finanzkrise gelotst. Ihre Arbeit war entscheidend dafür, dass der hemdsärmelige Ex-Minister Peer Steinbrück als Macher im Rampenlicht glänzen konnte.

Unabhängig davon ist ein fitter Schäuble eminent wichtig für diese Regierung. Sein Alter verleiht ihm eine gewisse Unabhängigkeit von den Aufgeregtheiten des politischen Tagesgeschäfts. Der alte innenpolitische Hardliner mit dem Drang zur Freiheitsbeschränkung ist zuletzt der Hoffnungsträger des Kabinetts für die junge Generation geworden: als einzig verbliebener Kämpfer gegen die ausufernde Neuverschuldung.

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