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Neue OZ: Kommentar zu Energie
Atom

Osnabrück (ots) - Zu Recht enttäuscht

Die Energiekonzerne können zufrieden sein. Ihr Druck auf die Regierung hat sich ausgezahlt. Selbst alte Atommeiler dürfen noch viele Jahre länger am Netz bleiben und die Gewinne der Betreiber kräftig mehren. Die Aktionäre freut's, doch Kernkraftgegner sind zu Recht entsetzt. Denn in umweltpolitischer sowie in sicherheitstechnischer Hinsicht ist die Entscheidung zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten eine Enttäuschung.

Zwar werden zusätzliche Gewinne teilweise abgeschöpft, aber längst nicht alle Mittel fließen in den Ausbau erneuerbarer Energien. Stattdessen wird vor allem der Haushalt saniert. Auch das ist zwar ein guter Zweck, doch wäre das Geld im Sinne einer Energiewende besser angelegt. Schwer wiegt ferner, dass Umweltminister Norbert Röttgen sich nicht mit der Forderung durchsetzen konnte, alle Atomkraftwerke gegen Abstürze großer Flugzeuge zu sichern. Das könnte sich noch bitter rächen - gerade in Zeiten anhaltender Terrorgefahren.

Geradezu absurd ist es überdies, wenn Angela Merkel die eigene Politik als "Revolution" preist. Revolutionär wäre es, wenn endlich ein sicheres Endlager für die vielen Tausend Tonnen von hoch radioaktivem Atommüll gefunden würde. Doch davon ist die Regierung weit entfernt - und vermehrt stattdessen die Probleme kommender Generationen.

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