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Neue OZ: Kommentar zu Ole von Beust

Osnabrück (ots) - Vorbilder sehen anders aus

Der Nächste, bitte! Mit Ole von Beust setzt sich der personelle Aderlass der CDU fort. Nach Althaus, Oettinger, Koch, Rüttgers und Wulff ist es der sechste christdemokratische Regierungschef, der innerhalb eines Jahres sein Amt freiwillig aufgibt oder verliert.

Die uneingeschränkte Macht von Bundeskanzlerin Merkel in der CDU nimmt allmählich Züge einer Ohnmacht an - mangels fehlender Persönlichkeiten im engsten Führungszirkel. Hamburgs Erster Bürgermeister steht aber auch für einen Trend. Berufspolitiker werfen heute schneller hin. Mediale Dauerpräsenz und schwindende Gestaltungsmöglichkeiten fordern ihren Tribut. Politik als Berufung, das war einmal. Für eine Demokratie ist das schädlich. Vorbilder sehen anders aus. Dabei fallen Rücktritte aus dem christdemokratischen Lager besonders auf. Denn Konservativismus wird mit Beharrlichkeit und Stehvermögen gleichgesetzt. Auch hier muss die Republik umlernen.

Hamburg verliert einen liberalen Konservativen mit Machtinstinkt. Selbst die Koalition mit dem Rechtspopulisten Schill schreckte von Beust 2001 nicht, der seit 2008 mit der ersten schwarz-grünen Landesregierung deutsche Politikgeschichte geschrieben hat.

Die Schulreform, die von Beust im Schulterschluss mit den Grünen gegen den Willen vieler Christdemokraten umsetzen wollte, war wohl für ihn und Hamburg zu viel. Wenn die Kraft fehlt, lockt das Privatleben.

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