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Neue OZ: Kommentar zu Japan
Ministerpräsident

Osnabrück (ots) - Der nächste Abgang

Mit wem in der politischen Klasse sollen die Japaner auch nur noch einen Funken Hoffnung verbinden? Yukio Hatoyama setzt die traurige Tradition der Rücktritte von Ministerpräsidenten nach wenigen Monaten im Amt fort. Er versprach vor dem historischen Wahlsieg seiner Demokratischen Partei Brüderlichkeit in der politischen Kultur statt Bürokratie an allen Ecken und Enden der Gesellschaft. Das Prunkstück seiner Verheißungen war die Verlegung des US-Stützpunktes weg von der Insel Okinawa. Nichts davon löste Hatoyama ein.

Der Millionär und Enkel des Bridgestone-Gründers agierte genauso schwach wie viele seiner Vorgänger. Die Militärbasis der Amerikaner bleibt auf Okinawa, in einen Parteispendenskandal war der Regierungschef außerdem verwickelt. Die logische Folge konnte nur sein, dass Hatoyama in der Gunst des Volkes abstürzte und er kurz vor der Oberhauswahl alle Ämter niederlegt. Doch im Land der aufgehenden Sonne gibt es noch Bürger, die einer Wahl des geschätzten Finanzministers Naoto Kan als Nachfolger Hatoyamas zuversichtlich entgegenblicken. In der exorbitant verschuldeten und zugleich so großen Volkswirtschaft müsste er ein radikales Sparprogramm auflegen. Bliebe er zudem pragmatisch und glaubwürdig, könnte Japan ausnahmsweise auf mehrere Jahre einen Ministerpräsidenten bekommen.

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