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Neue OZ: Kommentar zu Atom
Gorleben

Osnabrück (ots) - Auffällig

Auch nach der neuen Studie von gestern dürfte strittig bleiben, ob Gorleben aus politischen Gründen oder allein aufgrund fachlicher Qualifikationen zum Atommüll-Standort erklärt worden ist.

Auffällig bleibt auf jeden Fall, dass der Ort im Wendland erst im zweiten Anlauf in die engere Wahl geriet - nachdem im favorisierten Emsland der Widerstand gegen das Entsorgungsprojekt nicht mehr einzufangen war und zusammen mit der Kreisreform ein höchst brisantes Gemisch für die CDU-geführte Landesregierung bildete.

Doch letztlich spielt die Frage, durch welche Umstände das Wendland Platz eins bei der Standortsuche für das Atomprojekt eroberte, nur eine untergeordnete Rolle. Das mag für Historiker interessant sein, von ausschlaggebender Bedeutung ist letztlich jedoch nur die Eignung des Salzstocks. Wenn Gorleben den Sicherheitsansprüchen genügt, dann kann hier auch - ungeachtet allen Vorgeplänkels - eine Deponie für hoch radioaktive Abfälle eingerichtet werden.

Sollte aber die Untauglichkeit bewiesen werden, dann muss zwingend eine Suche nach Alternativen starten - ob in Salz oder einem anderen Gestein. Aufschluss darüber kann nur die weitere Erkundung des Standorts geben. Hätte man sie nicht vor zehn Jahren gestoppt, wüsste man schon längst Bescheid.

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